Alle Brandverletzten aus Crans-Montana konnten das Kinderspital verlassen
Heute, am Dienstag nach Ostern, konnte die letzte im Rahmen der Tragödie von Crans-Montana verletzte jugendliche Person das Universitäts-Kinderspital Zürich verlassen. Damit haben alle Patientinnen und Patienten einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg zur Genesung erreicht. Ihre Weiterbehandlung erfolgt nun während der folgenden Wochen und Monate in der Regel heimatnah, meist ambulant und teilweise in stationären Rehabilitationseinrichtungen. Die ambulanten Therapien unterstützen in dieser Phase die Jugendlichen dabei, ihre Beweglichkeit und Selbständigkeit wiederzugewinnen, die körperliche Leistungsfähigkeit schrittweise aufzubauen und die Narben fachgerecht zu pflegen.
Hochkomplexe und ressourcenintensive Behandlungen
Insgesamt hat das Kinderspital Zürich neun Brandopfer aus der Schweiz und aus europäischen Nachbarländern behandelt, davon waren zeitweise bis zu sechs schwer- bis schwerstverletzte Patientinnen und Patienten gleichzeitig im Spital. Diese ausserordentliche Team-Leistung haben Mitarbeitende des Kinderspitals ermöglicht, die teils am 1. Januar aus den Skiferien zurückkehrten und seither in einer Weise gefordert waren, die weit über das übliche Mass hinausging. Zum Behandlungserfolg beigetragen hat auch die hochmoderne Infrastruktur des Neubaus, insbesondere der beheizbare Schockraum und Operationssaal sowie die speziell ausgestatteten Stationszimmer für Brandverletzte auf der Intensivpflegestation. Zum Vergleich: Am früheren Standort in Hottingen hätten maximal zwei bis drei Schwerstbrandverletzte gleichzeitig versorgt werden können.
Das Universitäts-Kinderspital Zürich ist zusammen mit dem CHUV in Lausanne eines von zwei nationalen, hochspezialisierten Zentren für Schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Ein Teil der Patientinnen und Patienten kam bereits am Unfalltag direkt per Helikopter aus dem Wallis ins Kinderspital. Danach koordinierte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) laufend weitere Verlegungen von Kliniken im In- und Ausland ans Kinderspital und umgekehrt. Alle neun Jugendlichen mussten zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden, teils über viele Wochen bis mehrere Monate hinweg. Im ganzen Verlauf waren zahlreiche, überwiegend plastisch-rekonstruktive Operationen notwendig, die sich ebenfalls über viele Wochen erstreckten. Es waren mehrere Dutzend Fachdisziplinen und Berufsgruppen an der hochkomplexen und ressourcenintensiven Behandlung beteiligt.
Mit der Zeit konnten immer mehr Patientinnen und Patienten die Intensivstation verlassen und auf die Bettenstation des Zentrums für brandverletzte Kinder verlegt werden, um die spezialisierten Behandlungen weiterzuführen. Für die Familien waren diese Verlegungen jeweils eine grosse Erleichterung, denn sie bedeuteten, dass ihre Kinder ausser Lebensgefahr waren.
Der Geist des Zusammenhalts
Die Betroffenen müssen noch über Jahre weiter betreut werden. Manche von ihnen werden zu ambulanten Therapien und Nachkontrollen weiterhin ins Kinderspital nach Zürich kommen. «Wir wünschen allen Jugendlichen von Herzen Kraft, Geduld und Zuversicht für ihren weiteren Weg. Mögen sie gemeinsam mit ihren Familien Schritt für Schritt Heilung erfahren, neue Perspektiven entwickeln und das Vertrauen ins Leben wieder finden», sagt Dr. Julia Hillebrandt, CEO des Kinderspitals.
Diese intensiven Monate haben auch intern gezeigt, dass eine solch hochspezialisierte Versorgung nur im Team funktioniert. Die Arbeit jeder und jedes Mitarbeitenden zählt. «Unser Dank geht an alle betreuenden Ärztinnen, Pflegenden, Therapeutinnen und Mitarbeitenden des Kinderspitals, die mit ausserordentlichem fachlichem und menschlichem Einsatz ihren Beitrag geleistet haben. Gleichzeitig danke ich auch allen Spenderinnen und Spendern für ihre grosszügige Unterstützung», sagt Hillebrandt. «Das Schönste für uns alle war die riesige Welle der Solidarität – sowohl innerhalb unseres Spitals als auch aus der Bevölkerung. Sie war für unsere Teams eine grosse zusätzlich Motivation und hat ihnen die Kraft gegeben, jeden Tag aufs Neue ihr Bestes zu geben, getreu unserer obersten Handlungsmaxime: zusammen – bis es den Kindern gut geht.»