FaGe Lernende verschiedener Lehrjahre arbeiten auf der Ausbildungsstation im Kinderspital Zürich eng zusammen.
31.08.2026
Pflege

Mit neuem Ausbildungskonzept gegen den künftigen Pflegenotstand: Das Kinderspital Zürich erhöht die Zahl seiner Lehrstellen und Studienplätze deutlich

Das Kispi setzt gezielt auf die Förderung des Nachwuchses in der Pflege. Im August haben 25 neue Lernende ihre Ausbildung zur Fachfrau oder zum Fachmann Gesundheit begonnen – fast doppelt so viele wie zuvor. Dabei übernehmen sie von Anfang an Verantwortung im Team.

FaGe Lernende des 1. und 2. Lehrjahrs 2026 im Kinderspital Zürich

Foto: FaGe-Lernende des 1., 2. und 3. Lehrjahrs 2026 im Kinderspital Zürich.

 

Um in der pädiatrischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen auch künftig über ausreichend Pflegepersonal zu verfügen, hat das Universitäts-Kinderspital Zürich ein neues Ausbildungskonzept gestartet und die Zahl der Ausbildungs- und Studienplätze markant erhöht. Damit investiert das Spital deutlich mehr in die Pflegeausbildung und die Förderung des eigenen Nachwuchses. Mit Beginn des neuen Lehrjahres im August 2026 haben in Zürich 25 Lernende ihre Ausbildung zur Fachfrau oder zum Fachmann Gesundheit (FaGe) begonnen. Dies entspricht fast einer Verdoppelung im Vergleich zu den bisherigen 14 Lehrstellen pro Jahr. Bis 2027 wird sich die Zahl der FaGe-Lernenden am Kinderspital somit von 42 auf insgesamt 75 erhöhen.  

Gleichzeitig erweitert das Kinderspital seine Studienplätze für angehende Pflegefachpersonen und unterstützt aktiv den Übergang in ein Studium an einer Höheren Fachschule (HF-Diplom) oder an einer Fachhochschule (FH-Bachelor) mit innovativen Bildungsprojekten. Diese werden von der Gesundheitsdirektion Zürich im Rahmen der Pflegeinitiative unterstützt. Das Ziel ist es, künftig noch mehr Absolventinnen und Absolventen langfristig für das Kinderspital zu gewinnen.

Bildergalerie: FaGe-Lernende in der Ausbildungszone und NDS-Studierende für Anästhesie- und Intensivpflege.

 

Engagement für die Zukunft der pädiatrischen Pflege

Der Fachkräftemangel in der Pflege stellt auch die pädiatrische Versorgung vor grosse Herausforderungen in der Zukunft. Deshalb fördert das Kinderspital schon heute konsequent die Ausbildung von Pflegefachpersonal im eigenen Haus, um die hohe Qualität der Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien sicherzustellen – auch langfristig.  

Im Zuge des neuen Ausbildungskonzepts schafft das Kinderspital einen durchgehenden Karrierepfad in der Pflege: Das Kinderspital stärkt die pädagogische Begleitung auf den Stationen, entwickelt attraktive Laufbahnmodelle und unterstützt FaGe-Lernende sowie HF- oder FH-Studierende bis hin zu Nachdiplomstudiengängen in Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege (NDS AIN). Dadurch soll der Anteil der Absolventinnen und Absolventen, die nach ihrem Diplom am Kinderspital weiterarbeiten, von bisher 60% auf künftig 80% gesteigert werden.

Mit dem langfristig angelegten Ausbau begegnet das Kinderspital Zürich dem Fachkräftemangel aktiv und nachhaltig. Gut ausgebildete und motivierte Fachpersonen in der Pflege bilden die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Betreuung und Behandlung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien.

Maëlle Jeanneret-Grosjean, FaGe-Lernende im Kinderspital Zürich
Monika Wieland, Leiterin Bildung Pflege und medizinisch-therapeutische Bereiche (MTB) am Kinderspital Zürich

Gemeinsam lernen – mitten im Stationsalltag

Um die nahezu verdoppelte Anzahl an Lernenden und Studierenden zu integrieren, führt das Kinderspital ab August ein innovatives Konzept mit sogenannten Ausbildungszonen auf allen Bettenstationen ein. Dort betreuen drei bis fünf Lernende und Studierende unterschiedlicher Ausbildungsstufen gemeinsam mehrere Patientinnen und Patienten sowie deren Familien. Sie übernehmen Verantwortung, planen die Pflege im Team und lernen voneinander. Erfahrene Berufsbildnerinnen und Fachpersonen begleiten sie eng und unterstützen sie gezielt im Hintergrund. Das Konzept wurde seit 2024 in einem Pilotprojekt auf einer Station im neuen Kinderspital entwickelt und schrittweise erfolgreich erprobt. Mit dem Start des neuen Ausbildungskonzepts wird es nun auf allen Bettenstationen ausgerollt.  

«Die neuen Ausbildungszonen verändern die Art des Lernens auf der Station grundlegend», sagt Monika Wieland, Leiterin Bildung Pflege und medizinisch-therapeutische Bereiche (MTB). «Die Lernenden arbeiten von Beginn an als Team zusammen und lernen bewusst voneinander. Erfahrene Auszubildende geben ihr Wissen weiter, erklären Abläufe oder zeigen Handgriffe. Besonders Lernende im ersten Lehrjahr fühlen sich so schneller integriert und übernehmen Schritt für Schritt mehr Verantwortung. Diese zusätzlichen Lernmomente im Alltag stärken ihre fachlichen Kompetenzen und ihr Selbstvertrauen.»

In der Ausbildungszone sind Theorie und Praxis wesentlich stärker miteinander verknüpft als früher. Der Pilotbetrieb hat gezeigt, dass dieses Konzept bei den Lernenden gut ankommt. «Seit einem Jahr arbeite ich in der Ausbildungszone und ich freue mich immer, wenn ich dort eingesetzt werde», sagt Maëlle Jeanneret-Grosjean, FaGe-Lernende im zweiten Ausbildungsjahr. «Es ist schön, mit anderen Lernenden und Studierenden zusammenzuarbeiten. Sie erklären viele Dinge noch einmal anders und nehmen sich Zeit für Fragen. Das hilft mir sehr, und ich fühle mich im Team gut aufgehoben. Und nun kann ich mein Wissen auch schon den Neuen weitergeben.»

Bild kispi

Lernen & Studieren am Kinderspital

Am Kinderspital Zürich kommst du weiter. Wir bieten dir vielfältige Bildungswege und Karrierechancen in der Pflege: