Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Moderator Nik Hartmann und die Patientenfamilie Zardon beim Kispiball 2026 im Kunsthaus Zürich.
Im Gespräch (v.l.n.r.): Prof. Dr. med. Michael Grotzer, Moderator Nik Hartmann und die Patientenfamilie Zardon beim Kispiball 2026 im Kunsthaus Zürich.
27.10.2026
Spenden

Kispiball 2026: Ein glamouröser Abend für Kinder mit Sepsis

Wo sonst grosse Kunst die Blicke auf sich zieht, standen am 24. Oktober 2026 kranke Kinder im Zentrum: Der traditionsreiche Kispiball feierte nach 20 Jahren im Baur au Lac nun Premiere im stilvoll geschmückten Kunsthaus Zürich. Die 300 begeisterten Gäste zeigten ein grosses Herz und unterstützten die Sepsis-Forschung am Kinderspital Zürich mit namhaften Spenden – für bessere Behandlungen und mehr gerettete Kinderleben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dies möglich gemacht haben.

Dass der 15-jährige Tessiner Andres lebt und wieder ein gesunder Teenager ist, grenzt an ein Wunder. Vor drei Jahren bekam er in den Familienferien in Paris Fieber und starke Halsschmerzen. Was selbst bei einer ärztlichen Untersuchung wie eine harmlose Grippe wirkte, entpuppte sich bald als lebensbedrohliche Sepsis: Ausgelöst durch eine Infektion entsteht eine Überreaktion des Immunsystems, die lebenswichtige Organe schädigt.

Drei Tage später, zurück im Tessin, verschlechterte sich Andres Zustand dramatisch: Er rang nach Luft, halluzinierte und musste mit Blaulicht ins Regionalspital. Das hinzugezogene Spezialteam des Kinderspitals Zürich erkannte sofort die Lebensgefahr. Jede Minute zählte. Andres musste schnell nach Zürich, doch ein Sturm verhinderte den Helikopterflug. Kaum noch ansprechbar erreichte der Zwölfjährige das Kinderspital mit der Ambulanz. Drei Wochen lag er hier im künstlichen Koma – nur eine Herz-Lungen-Maschine hielt ihn am Leben.

Andres überlebte um ein Haar, musste aber selbst das Gehen wieder neu lernen. Nach neun Wochen im Spital und einem Monat Rehabilitation kämpfte er sich Schritt für Schritt zurück ins Leben. Heute besucht er das Gymnasium und kann trotz einiger Einschränkungen wieder lachen, träumen und Zukunftspläne schmieden – für ihn und seine Familie das grösste Geschenk.

Als Andres und seine Mutter Estefanía im herzlichen Interview mit Kispiball-Moderator Nick Hartmann ihre Geschichte erzählten, wurde es still im Saal. Ihr Schicksal berührte die Gäste tief und weckte den Wunsch, etwas zu bewirken. Mit ihren grossherzigen Spenden kann die Sepsis-Forschung des Kinderspitals Zürich vorangetrieben werden, damit noch mehr Kinder wie Andres eine zweite Chance bekommen.

Führendes Kinder-Sepsis-Zentrum der Schweiz

Sepsis ist eine oft unterschätzte Gefahr und ein dringender medizinischer Notfall. 
In der Schweiz werden jährlich über 20'000 Menschen mit einer Sepsis im Spital behandelt – ähnlich viele wie mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Rund 4'000 Menschen mit Sepsis sterben jährlich im Spital.

Unter den Betroffenen sind über 500 Kinder, besonders häufig Neugeborene und Kleinkinder. Gerade bei ihnen ist die heimtückische Erkrankung schwer zu erkennen.

Am Kinderspital Zürich kümmern sich hochspezialisierte Intensivteams hingebungsvoll um diese schwerst kranken Kinder. Mit grosser Expertise und modernsten Verfahren wie der ECMO – einer künstlichen Herz-Lungen-Unterstützung – können selbst bei schwerem Organversagen viele Leben gerettet werden. Die Forschungsgruppe um den Kispi-Intensivmediziner Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach ist weltweit führend im Bereich Sepsis bei Kindern. Zudem engagiert sich das Kinderspital Zürich im Swiss Sepsis Program, das Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach initiiert hat und mitleitet. Das Ziel: Sepsis früher erkennen und wirksamer behandeln, damit noch mehr betroffene Kinder überleben und gesund aufwachsen können.
 

Ein Abend voller Glamour, Genuss und grosser Gefühle

Die Kispiball-Premiere im Kunsthaus Zürich begeisterte mit einem exquisiten Gala-Dinner – kreiert vom langjährigen kulinarischen Partner Baur au Lac – musikalischen Höhepunkten und einer rauschenden Ballnacht mit Big Band und DJ. Bei der Silent Auction und der Tombola zeigten die illustren Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Sport eindrücklich, wie viel ihnen das Wohl kranker Kinder bedeutet.

Oliver Sack, Julia Hillebrandt und Natalie Rickli mit Begleitpersonen beim Kispiball 2026 im Kinderspital Zürich.
Zu Gast beim Kispiball 2026 (v.l.n.r.): Oliver Sack (Präsident der Eleonorenstiftung), Julia Hillebrandt (CEO Universitäts-Kinderspital Zürich), Natalie Rickli (Regierungsrätin und Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich) mit Partner Frank Eisenhut und Labinot Demaj (Generalsekretär Gesundheitsdirektion) mit Partnerin Gentiana Imeri.

Fotogalerie

Weitere Impressionen vom Kispiball 2026 gibt es hier zum Download.

Fotocredits: Maurice Haas
Kunst im Foyer Haefner: Jeffrey Gibson