Podiumsveranstaltung «Brandverletzt – Haut und Seele heilen» im Kinderspital Zürich
17.04.2026
Hinter den Kulissen

Haut und Seele heilen – drei Monate mit den Brandopfern aus Crans-Montana

Ein voller Hörsaal und doch so still, dass man eine Nadel hätte fallen hören können. Unter dem Titel «Brandverletzt – Haut und Seele heilen» lauschten 200 Gäste am Kinderspital Zürich einer bewegenden Podiumsrunde über die Behandlung von neun Brandopfern aus Crans-Montana. Das Erlebte an der medizinischen Front ging wortwörtlich unter die Haut.

Vier unserer Fachpersonen der Intensiv- und Verbrennungsmedizin und Hautersatzforschung erzählten am 14. April 2026 berührend aus drei Monaten Ausnahmezustand: von OP-Marathons und pausenloser Pflege bei 35 Grad, im Kampf um jedes junge Leben. Von Patienten, die teils wochenlang an der Herz-Lungen-Maschine rangen. Von kreativer Verständigung mit beatmeten fremdsprachigen Teenagern, die man unter den dicken Verbänden fast suchen musste. Von der feinfühligen Begleitung ihrer ebenso leidenden Familien. Und nicht zuletzt vom persönlichen Balanceakt zwischen Professionalität und Mitgefühl, zwischen Hingabe und Selbstverantwortung.

Besondere Tiefe verlieh dem Abend Isabel Sahli: vor 15 Jahren auch als Jugendliche schwer verbrannt und heute selbst Ärztin. Neun Monate lang war sie Patientin am Kinderspital Zürich. Offen und würdevoll sprach sie über ihren langen Weg mit Schmerzen, Ängsten und Narben – und wie ihr geschenkte Ohrringe dabei halfen, sich erstmals wieder im Spiegel anzusehen. Den sicheren Raum des Spitals wieder zu verlassen und mit den Blicken auf der Strasse umzugehen, war nochmal ein schwerer Weg. Heute schenkt sie ihre Erfahrung und Hoffnung weiter: Ihr Verein «brandgezeichnet» bringt Betroffene zusammen, die einander wirklich verstehen.

Was von diesem besonderen Abend bleibt, ist mehr als medizinisches Wissen – es ist gelebte Menschlichkeit. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie viel innere Kraft, Klarheit und Haltung Menschen aufbringen können und wie weit sie über sich selbst hinauswachsen. 

Eine Besucherin dankte ergriffen: «Stark, mit welcher Kompetenz, Empathie und spürbarer Ernsthaftigkeit ihr Pflege, Medizin und Forschung nicht nur sichtbar, sondern vor allem nahbar und verständlich macht.»

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Wir danken herzlich für die wertvolle Mitwirkung: