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Säuglingsorthopädie

Ein neugeborenes Kind ist wie der Anfang aller Dinge
– es ist Staunen, Hoffnung, Traum aller Möglichkeiten

(Eda LeShan)

Die Nachricht über eine Fehlbildung des Ungeborenen/Neugeborenen überrascht die Familien; Unklarheiten und Fragen treten auf, der Traum aller Möglichkeiten scheint manchmal fern.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Familien menschlich und fachlich-kompetent in dieser Phase zu unterstützen. Durch unsere enge Vernetzung mit den Geburtshelfenden und Neonatologinnen und Neonatologen der umliegenden Spitäler und niedergelassenen Kinderärztinnen und Kinderärzten ist es uns möglich, die Familien zeitnah zu sehen, kompetent über die Erkrankungen zu informieren und, wenn nötig, eine Therapie in die Wege zu leiten.

Die Variabilität der Krankheitsbilder in der Säuglingsorthopädie ist sehr gross. Sie kann von einer leichten Fehlhaltung bis hin zu komplexen Veränderungen der Knochen und Gelenke im Rahmen einer Grunderkrankung reichen.

Nicht immer benötigt es eine Therapie. Ist diese notwendig, können durch das frühe Einleiten der Therapie Formbarkeit und Wachstum des Körpers genutzt werden. Hierfür können wir auf ein erfahrenes Team an Gipserinnen und Gipsern, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Orthopädietechnikerinnen und Orthopädietechnikern zurückgreifen. Neben der konservativen Therapie können auch Operationen im jungen Alter notwendig werden. Die Betreuung erfolgt je nach Komplexität in engem Austausch und Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen team-intern und auch team-übergreifend mit anderen Disziplinen des Kinderspitals.

Unser Ziel ist es, den kleinen Patientinnen und Patienten individuell die Grundlage für eine bestmögliche motorische Entwicklung und Funktion des Bewegungsapparates mit auf den Weg geben zu können.

Fachverantwortung

Unser Spektrum

Hüftdysplasie

In unserer Säuglingssprechstunde an der Universitätsklinik Balgrist führen wir selbstständig den Hüftultraschall nach Graf durch und können, falls notwendig, direkt eine Therapie in die Wege leiten.

Die Therapie wird durch uns eingeleitet und begleitet und findet mittels Tübingerschiene, Pavlikbandage oder Beckenbeingips statt, je nach Befund.

Klumpfuss

Von 1000 Neugeborenen hat eines einen Klumpfuss. Dies ist somit eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Ungefähr bei der Hälfte der Betroffenen tritt ein Klumpfuss beidseits auf. Die Fehlbildung ist vererbbar. Jungen sind zudem häufiger betroffen als Mädchen.

Der Klumpfuss ist eine komplexe, dreidimensionale Fehlstellung und besteht aus mehreren 
Komponenten: Mittel- und Vorfussfehlstellung, Hohlfuss und Spitzfuss. Da bei einem Kind mit Klumpfuss ein erhöhtes Risiko für eine Hüftreifungsstörung besteht, empfehlen wir, möglichst rasch auch einen Ultraschall der Hüfte machen zu lassen. Eine Röntgenaufnahme der Füsse ist in der Regel nicht notwendig, kann aber bei eingeschränkter Funktion oder zur Beurteilung einer erfolgten Behandlung hilfreich sein.

Wurde bei ihrem Kind bereits im pränatalen Ultraschall die Verdachtsdiagnose Klumpfüsse gestellt, beraten und informieren wir Sie gerne auch vor der Geburt in unserer Säuglingsorthopädie-Sprechstunde.

Die Behandlung: zwei Möglichkeiten

Grundsätzlich ist das Ziel beider Behandlungsmöglichkeiten ein normal aussehender, funktionell belastbarer und schmerzfreier Fuss. Eine konservative Therapie steht dabei an erster Stelle. Sie sollte möglichst früh beginnen.

Andere Fussfehlstellungen
  • Angeborener Plattfuss (Talus verticalis)
  • Sichelfuss (Pes adductus)
  • Hackenfuss (Pes calcaneovalgus)
Neugeborene mit Bewegungseinschränkungen der Gelenke
  • Arthrogryposis multiplex congenita
  • Kongenitale Kniegelenksluxation
Muskulärer Schiefhals

Der kongenitale muskuläre Schiefhals ist eine relativ häufige angeborene einseitige Verkürzung des M. sternocleidomastoideus mit Schiefhaltung des Kopfes zur Seite des verkürzten Muskels und Rotation zur Gegenseite.

Primär steht die konservative Therapie mit Physiotherapie im Vordergrund. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine operative Behandlung notwendig (nach dem 1. Lebensjahr).

Angeborene Fehlbildungen von Wirbelsäule und Extremitäten

Bei Verdacht auf angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule und/oder der Extremitäten ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Neurologinnen und Neurologen, Radiologinnen und Radiologen sowie den Spezialistinnen und Spezialisten des universitären Wirbelsäulenzentrums der Universitätsklinik Balgrist, Standard. Bei Bedarf werden behandelnde Physiotherapeutinnen und Orthopädietechniker in unserer Sprechstunde vereint um die bestmögliche Behandlung des Neugeborenen so früh wie möglich in die Wege zu leiten.

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Kinderorthopädie, Neuroorthopädie und Traumatologie

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Bitte senden Sie uns alle verfügbaren Vorberichte und Bildgebungen. Für eine umfassende Beurteilung sind wir darauf angewiesen.

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