Zwei Ärzte in OP-Kleidung besprechen sich vor einem Computerbildschirm
01.06.2026
Hinter den Kulissen

KI entlastet Ärztinnen und Ärzte beim Berichtschreiben

Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt künftig das medizinische Personal am Universitäts-Kinderspital Zürich beim Verfassen von Berichten. Das schafft mehr Zeit für die Betreuung von Patientinnen und Patienten.

Das Universitäts-Kinderspital Zürich setzt in den kommenden Monaten ein Projekt um, in dem Künstliche Intelligenz, kurz KI, Kinderärztinnen und -ärzte dabei unterstützt, Austritts- und Sprechstundenberichte zu erstellen.

Digitalisierung als Mehrwert

Die Erfahrungen des Pilotprojekts sind positiv: Austrittsberichte konnten deutlich effizienter erstellt werden, der Zeitaufwand für Assistenzärztinnen und -ärzte sank um beinahe die Hälfte. Gleichzeitig nahm der Korrekturaufwand für Oberärztinnen und -ärzte sowie für die Sekretariate nicht zu. Die Qualität der Berichte blieb ebenfalls unverändert hoch. Als Resultat konnten sie schneller abgeschlossen und versendet werden. Die Entlastung durch KI hat den administrativen Druck auf das medizinische Personal spürbar reduziert. Die gewonnene Zeit kommt direkt den Patientinnen und Patienten zugute.

Das Projekt ist Teil der Digitalisierungsstrategie des Universitäts-Kinderspitals. Deren Ziel ist es, innovative Technologien bewusst dort einzusetzen, wo sie messbaren Mehrwert für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten schaffen. Die Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb in der Orthopädie fliessen nun in das neue Projekt ein, das die KI in den Regelbetrieb überführt und auf geeignete weitere Anwendungsfelder überträgt. Das Projekt wird gemeinsam mit den strategischen Technologiepartnern Cisco, Zühlke, Netcloud und 44ai realisiert.

Klare Leitplanken für den Einsatz von KI 

Das Vorhaben verfolgt zwei Hauptziele: Erstens wird es die Grundlagen legen, damit KI künftig am Kinderspital sicher, geregelt und mit klarem Nutzen eingesetzt werden kann. Dabei werden verbindliche Leitplanken für Strategie, Governance, Datenschutz, Informationssicherheit, Rollen und Qualitätssicherung erarbeitet. Im Gesundheitsbereich hat der Schutz der Patientendaten höchste Priorität: In der eingesetzten Lösung verlassen die Daten der Patientinnen und Patienten zu keinem Zeitpunkt die IT-Infrastruktur des Kinderspitals.

Zweitens wird auf dieser sicheren Basis das KI-gestützte Berichtswesen aufgebaut. In der Orthopädie wird die Applikation Haidy weiterhin verwendet, um das Personal bei der Erstellung von Austrittsberichten zu unterstützen. Als nächster Schritt wird diese auch auf der Abteilung für allgemeine Pädiatrie eingeführt. Parallel dazu soll in der ambulanten Patientenbetreuung der Orthopädie die KI-Lösung auch auf Sprechstundenberichte ausgeweitet werden.

Dies funktioniert folgendermassen: Sind Kinder und Angehörige einverstanden, werden die Gespräche aufgezeichnet, transkribiert und direkt im Klinikinformationssystem zusammengefasst. Kontrolliert und freigegeben werden die Inhalte immer durch Ärztinnen und Ärzte. Schneller verfügbare Sprechstundenberichte werden den Informationsfluss zu zuweisenden Pädiaterinnen und Pädiatern weiter verbessern. Gleichzeitig kann sich das medizinische Personal voll auf das Gespräch mit Kindern, Jugendlichen und Angehörigen fokussieren.

Schrittweise Ausweitung

Mittelfristig soll die KI-Berichtslösung schrittweise in weiteren Fachgebieten ausgerollt werden. «KI wird den Spitalalltag in den kommenden Jahren stark prägen», sagt Matthias Bryner, Chief Information Officer des Kinderspitals. «Entscheidend ist, dass wir diese Technologie nicht zufällig nutzen, sondern bewusst beherrschbar machen: sicher, nachvollziehbar und mit echtem Nutzen für Mitarbeitende sowie Patientinnen und Patienten. Mit diesem Projekt schaffen wir die Voraussetzungen, KI dort einzusetzen, wo sie entlastet und Prozesse verbessert. Dabei liegt unser Fokus auf Datenschutz, Qualität und der Unterstützung unseres Fachpersonals.»