Onkologiepatient Thiago mit Vater und einer Ärztin bei einer Untersuchung im Kinderspital Zürich
30.01.2026
Forschung

Das Kinderspital Zürich ist Teil des ersten Forschungsschwerpunkts zur Bekämpfung von Kinderkrebs

Der Bundesrat hat erstmals einen Nationalen Forschungsschwerpunkt der Bekämpfung von Kinderkrebs gewidmet. Dank der gesprochenen Gesamtmittel von 34 Mio. Franken können die Universitäts-Kinderspitäler in Zürich und Lausanne ein nationales Kompetenzzentrum «Children & Cancer» aufbauen, das sich der Erforschung und Behandlung von Krebs bei Kindern und Jugendlichen widmet.

In der Schweiz erhält im Durchschnitt jeden Tag ein Kind oder ein junger Mensch die Diagnose Krebs – jede Woche stirbt ein Kind an der Erkrankung. Dies macht Krebs zur häufigsten, krankheitsbedingten Todesursache im Kindesalter in der Schweiz. Die Behandlung belastet die Betroffenen äusserst stark und ist nicht selten mit Spätfolgen verbunden. Kinderkrebs unterscheidet sich grundlegend von Krebserkrankungen bei Erwachsenen, weshalb sich Forschungsergebnisse und Therapien nicht einfach so übertragen lassen. Jede Krebserkrankung ist einzigartig und erfordert einen personalisierten Ansatz. «Unser Programm verbindet herausragende Forschende aus den besten akademischen Institutionen mit dem Ziel, bessere Therapien für krebskranke Kinder zu entwickeln», sagt Prof. Dr. med. Jean-Pierre Bourquin, Direktor des neuen Forschungsschwerpunkts und Chefarzt für Onkologie am Kinderspital Zürich.

Den Start des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «Children & Cancer» hat der Bundesrat am Freitag, 30. Januar 2026, bekanntgegeben. Dies ist seit Bestehen des Programms der erste NFS, der sich vollständig den gesundheitlichen Bedürfnissen von Kindern widmet. Der NFS vereint die beiden führenden Kinderkliniken, das Universitäts-Kinderspital Zürich und das CHUV in Lausanne (Centre hospitalier universitaire vaudois). Das auf mehr als zwölf Jahre ausgelegte Mandat schafft die Voraussetzungen für den Aufbau eines nachhaltigen nationalen Kompetenzzentrums für Kinderkrebs, welches Grundlagenforschung, Innovation und klinische Exzellenz verbindet.

Neuer Zugang für bestmögliche Tumorabklärung

Das Kompetenzzentrum «Children & Cancer» vereint die führenden Schweizer Kinderspitäler in Zürich und Lausanne mit über 30 Kernforschungsgruppen und exzellenten Forschungsinstitutionen. Es wird Kooperationen und Synergien auch mit anderen Kliniken und der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe entwickelt. Dieses neue nationale Netzwerk soll die bisherige Fragmentierung der pädiatrischen Onkologie in der Schweiz überwinden.

Das Programm adressiert grundlegende Fragen mit unmittelbarem Potenzial für Erkenntnisse, welche die Behandlung der Kinder in den Kinderspitälern weiter verbessern wird: Wovon sind Krebszellen kritisch für deren Überleben und Verbreitung abhängig? Wie kann der Krebsstoffwechsel gezielt ausgehungert werden? Wie können moderne laboratorische und bildgebende Verfahren genutzt werden, um die Therapie besser zu steuern? Und wie können bessere immunbasierte Therapieansätze für Kinder eingesetzt werden? Eine nationale funktionelle Mehrebenen-Diagnostikplattform wird allen Patientinnen und Patienten in der Schweiz Zugang zu den bestmöglichen Tumorabklärungen ermöglichen.

Internationale Positionierung der Schweiz

Der NFS «Children & Cancer» wird die Position der Schweiz als verlässliche Partnerin führender internationaler Konsortien in Europa, den USA und Asien stärken. Diese enge Vernetzung ist zentral, um bei seltenen Erkrankungen genügend Patientinnen und Patienten einbeziehen zu können und gemeinsam hochspezialisierte Therapieansätze voranzutreiben.

Das Programm setzt auf Technologietransfer durch Patente, Spin-offs und Industriepartnerschaften. Der NFS wird die Behandlungen verbessern, Leben retten, hochqualifizierte Fachkräfte anziehen sowie Start-ups und Patente fördern. Damit wird sich der Standort Schweiz zu einem Innovationszentrum für pädiatrische Onkologie entwickeln. Das Programm bindet unterschiedliche Berufsgruppen sowie Patienten- und Familienvertreter aktiv in die Projekte ein und eröffnet neue Wege für eine wirksame Wissenschaftskommunikation mit der Gesellschaft.

«Der NFS Children & Cancer ist eine einmalige Gelegenheit, die Verletzlichsten unter uns zu schützen, eine Lücke in unserem Gesundheitssystem zu schliessen und die Innovationsführerschaft der Schweiz in der Onkologie sowie den Naturwissenschaften und der Biomedizinischen Forschung zu sichern», sagt Jean-Pierre Bourquin. 

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