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Kinderspital - Familienspital

Am Kinderspital Zürich stehen in allen Bereichen speziell geschulte Mitarbeitende bereit, um in kritischen Situationen oder im Spitalalltag kompetent Hilfe zu leisten.

Asplenie

 

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Die Milz ist ein in den Blutkreislauf eingeschaltetes Organ des Lymphsystems. Sie hat hauptsächlich zwei Aufgaben: zum einen spielt sie eine Rolle bei der Abwehr körperfremder Stoffe, zum anderen dient sie der Aussonderung überalterter Blutzellen. Die Milz liegt beim Menschen im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells und oberhalb der linken Niere.

Asplenie bezeichnet in der Medizin die Funktionsunfähigkeit der Milz. Dabei wird zwischen dem tatsächlichen Fehlen des Organs (anatomische Asplenie, angeboren oder nach operativer Entfernung der Milz) und der funktionellen Asplenie unterschieden. Im Falle der funktionellen Asplenie ist die Milz zwar vorhanden aber nicht funktionsfähig.

Diagnose

Die anatomische Asplenie wird primär sonographisch (mit Ultraschall) festgestellt. Ein Blutbild gibt weitere Hinweise auf eine gestörte Milzfunktion, dabei werden die Howell-Jolly-Körperchen (pathologische Zellkernfragmente in den normalerweise kernlosen roten Blutzellen), nachgewiesen, oder so genannte „pocked oder pitted red cells“ (defekte rote Blutzellen), die sonst durch die Milz abgebaut werden.

Krankheitssymptome

Der Verlust der Milz hat Konsequenzen bei der Abwehr von Infektionskrankheiten. Obwohl die Milz an wichtigen Abwehrreaktionen teilnimmt, ist sie nicht absolut lebensnotwendig. Bei bestimmten Infektionskrankheiten kann der Patient ohne Milz allerdings in grosse Gefahr geraten.

Die grösste Gefahr geht dabei von Infektionen mit bekapselten Bakterien aus, z.B. Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Meningokokken u.a. Die sich daraus rasch entwickelnde Sepsis („Blutvergiftung“) wird als OPSI (overwhelming post splenectomy infection) bezeichnet. Verantwortlich sind dafür vor allem Pneumokokken. Kinder ohne Milz, die jünger sind als 6 Jahre, erleiden viel häufiger ein OPSI-Syndrom als ältere Kinder und Erwachsene.

Behandlung/Prophylaktische Massnahmen

  • Die Patienten sollten aufgeklärt sein über das Vorgehen bei Fieber bzw. Verdacht auf eine Infektionskrankheit. Sie sollten sich in diesem Falle sofort in ein Krankenhaus oder zu einem Arzt begeben und eine Antibiotikatherapie erhalten oder – falls nicht in kurzer Zeit ein Arzt erreichbar ist – eine so genannte Antibiotika-Stand-by- Therapie eigenständig einnehmen.
  • Es muss bis zum 6. Lebensjahr eine Antibiotika-Dauerprophylaxe eingenommen werden. Danach soll die Antibiotikaprophylaxe entweder lebenslang weitergeführt werden oder als Alternative muss bei jedem Fieber ein Antibiotikum in therapeutischer Dosierung eingenommen werden.
  • Patienten ohne Milz sollen neben allen empfohlenen Impfungen, die im Schweizer Impfplan erwähnt sind, zusätzliche Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken erhalten. Ebenfalls empfohlen ist die Grippeimpfung jeden Herbst.
    Bei aussereuropäischen Reisen in Risikogebiete soll immer eine Malaria-Prophylaxe eingenommen werden.
  • Patienten mit einer Asplenie sollten einen Notfallausweis auf sich tragen.
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